Ökumenisches Gespräch

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Seit nahezu 50 Jahren sprechen wir – evangelische und katholische Christinnen und Christen – im Rahmen des Ökumenischen Gespräches in Königsdorf intensiv miteinander. Wir lernen beim Hin- und Zuhören, uns gegenseitig besser zu verstehen und erleben im Dialog, wie sich unser eigener Glaube vertieft.

In diesem langen Zeitraum ist das Ökumenische Gespräch Keimzelle und Antriebsfeder für viele gemeinsame Aktivitäten in Königsdorf gewesen – bis hin zur Gemeindepartnerschaft mit unserer katholischen Schwestergemeinde im Jahr 2000. Seitdem hat es viele ökumenische Gottesdienste und Veranstaltungen gegeben.

Im Rahmen der Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk im Rhein-Erft-Kreis stellen sich seit einigen Jahren kenntnisreiche Dozentinnen und Dozenten aus unserer Region zur Verfügung, um im Ökumenischen Gespräch theologische Anstöße zu geben, das Gemeinsame aufzuzeigen, aber auch das zu würdigen, was unsere Konfessionen unterscheidet.

Immer wieder bestätigen die Teilnehmenden, wie viel sie in diesen Gesprächen für ihren eigenen Glauben gewinnen. In guter Erinnerung sind auch die Besuche anderer christlicher Gemeinden in und um Köln.

 

Neue Themenreihe des Ökumenischen Gespräches im Jahr 2020

BildErLeben – Glaubenserfahrungen ins Bild gesetzt

Bis zur Neuzeit war es ganz selbstverständlich, dass auch Künstler gläubige Menschen waren. Die Kunst war eine Möglichkeit der Verkündigung, sie verwies auf Gott und fußte in einer vieltausendjährigen Geschichte. An vier Abenden werden im Rahmen des Ökumenischen Gespräches Königsdorf Charakter und Aussageabsicht verschiedener Kunstwerke vorgestellt und geschaut, ob sie uns ansprechen und etwas in uns auslösen. Denn jedes gute Kunstwerk trägt eine spirituelle Energie in sich, die sich dem Publikum mitteilen will. Diese nennen wir den Funken Gottes! So kann aus einer Schule des Sehens eine Schule des Fühlens werden.

Herzliche Einladung – denken, fühlen und diskutieren Sie mit! Dies sind die vier aktuellen Termine mit den jeweiligen Referent(inn)en:

11. Februar – Hans-Peter Bleck
Altvertrautes neu entdecken – mit dem Auge eines zeitgenössischen Theologen und Künstlers

Der Künstler setzt einen ihm vertrauten Bibeltext ins Bild. Wir gehen an diesem Abend den umgekehrten Weg und landen womöglich bei uns selbst … In einem angeleiteten gemeinsamen Prozess haben wir Zeit für eine behutsame und fantasievoll inspirierende Annäherung an ein biblisches Glaubenszeugnis.

12. März – Eva Degenhardt
Der Kreuzweg und seine Darstellung

Darstellungen von Kreuzwegszenen, in denen Orte des Leidensweges Christi dargestellt wurden, waren in der Zeit der mittelalterlichen Kreuzzüge während des 11. bis 13. Jahrhunderts in Südeuropa üblich. Seit dem 15. Jahrhundert entstanden Kreuzweganlagen an vielen Kirchen Europas zunächst für Andachtswege im Freien, später dann für den Innenraum der Kirchen. Zu Grunde lag das Bestreben, die Passionsereignisse anschaulich und in der Andacht nachvollziehbar zu machen.

 8. September – Claudia Kaufmann
Geheime Sprache mittelalterlicher Bilder: „Durch die Blume gesagt“ – Die Symbolsprache der Blumen

Blumen haben in der Kunst immer eine große Rolle gespielt. Ihnen wird von jeher ein Symbolcharakter zugesprochen. Schon in der Antike waren bestimmte Pflanzen gewissen Göttern zugeordnet. Den Menschen des Mittelalters waren ein fester Kanon von Pflanzen und Blumen bekannt, deren symbolische Bedeutung damals klar war. Auch wurden Pflanzen von Menschen dazu benutzt, sich gegenseitig Botschaft en zukommen zu lassen. Die Blumensprache war im 18. Jahrhundert in Europa weit verbreitet und hat ihren Ursprung im Orient.

13. Oktober – Hildegard Heitger-Benke
Mariendarstellungen in der Kunst

Die Tradition der christlichen Mariendarstellungen ist vielfältig. Ganz selbstverständlich werden schon in der Frühzeit über die offizielle Lehre der Kirche hinaus apokryphe Marienerzählungen und heidnische Vorstellungen von Muttergottheiten der Antike aufgegriffen und auf Maria übertragen. Im Mittelalter bilden die Darstellungen Mariens theologische Vorstellungen und Zusammenhänge in den verschiedenen Weltbildern der Jahrhunderte ab. In der modernen Kunst wird ihre Rolle ganz neu beleuchtet.

10. November – Beate Josten-Sell
Wenn Bilder Trauer tragen

Zeiten der Trauer begleiten unser menschliches Leben. Immer wieder sind wir gezwungen Abschied zu nehmen, nicht nur von geliebten Menschen, sondern auch von Plänen, Hoffnungen und Erwartungen. Im November, dem traditionellen Monat des Totengedenkens, schauen wir darauf, wie Künstler verschiedener Epochen Trauer ins Bild setzen. Was betrauern sie, wie drückt sich ihre Trauer aus, welche Bilder sprechen uns in unserer eigenen Trauererfahrung an? Wir fragen danach, wie Bilder uns darin unterstützen können, in unserer eigenen Trauer neue Lebensperspektiven zu entdecken.

8. Dezember – Beate Josten-Sell

Weihnachten entgegengehen – der künstlerische Blick in der Zeit der Erwartung

Eine Fülle von Bildern prägt das öffentliche Leben in der vorweihnachtlichen Zeit. An diesem Abend betrachten wir künstlerische Bilder verschiedener Epochen, die uns – abseits der öffentlichen Bilderflut – anregen können, unseren je eigenen spirituellen Weg der Vorbereitung auf das Fest der Geburt Jesu zu gehen. Darstellungen der adventlichen Krippe dürfen hier nicht fehlen und werden ergänzt durch Werke der Malerei, die verschiedene theologische Aspekte des Advents beleuchten.

Die Gesprächsabende finden jeweils dienstags um 20.00 Uhr im Gemeindehaus Königsdorf, Pfeilstraße 40 statt.